Die Geschichte der Feuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr Urfeld!


Von der Vergangenheit bis zur Gegenwart

Solange es Menschen gibt waren sie bestrebt, sich das Feuer dienstbar zu machen. Das offene Feuer war bis in die Neuzeit hinein der einzige Wärmespender, den sich die Menschen fast überall und jederzeit nutzbar machen konnten.

" Feuer war seit jeher bei der Zubereitung der täglichen Nahrung, bei der Bearbeitung von Geräten und Arbeitsmitteln unentbehrlicher Helfer der Menschen. Die offene Feuerstätte war der Mittelpunkt des häuslichen Lebens.

So wie sich das von Menschen beherrschte Feuer als Wohltat und Segen erwies, so wurde es aber zum Fluch und zum Dämon der Menschheit, wenn seine gewaltigen Kräfte außer Kontrolle des Menschen gerieten. Der Kampf der Menschen gegen die Naturgewalt des Feuers ist daher so alt wie die Geschichte der Menschheit selbst. Es liegt auf der Hand, dass schon in frühsten Zeiten die Menschen sich gegenseitig beim Kampf gegen Schadenfeuer halfen.

Vorschriften über die Behandlung des Feuers bildeten im Mittelalter in den Gemeinden und Städten den Kern der Feuerschutzordnung. So mußten z.B. beim Abendläuten der Kirchenglocken die Herdfeuer gelöscht und abgedeckt sein. Es gibt wohl keine Ortschaft die nicht mindestens einmal durch ein Feuer vernichtet wurde. Erst die Einführung von Bauvorschriften, die ständige Patrouille der Nachtwächter, die Bereitstellung von Löschwasser und die Verpflichtung der Bürger zur Löschhilfe, brachte wirksame Hilfe.

Historische Brände in Urfeld

1318
    Im Kampf zwischen dem Kurfürsten und der Stadt Köln werden die Höfe des Damenstiftes Dietkirchen (Frohnhof, Eichholzerhof u.a.) niedergebrannt.
       
1376     Im Schöffenkrieg brennen die Kölner unter Graf Engelbert die Ortschaft Urfeld nieder.
       
1590     Ein Großbrand vernichtet den größten Teil des Ortes Urfeld. Die strohgedeckten Häuser bieten dem Feuer reichlich Nahrung.
       
1608
    Der alte Frohnhof am Rhein und das Unterdorf brennen bis auf die Grundmauern nieder

 

Feuerschutz vor der Gründung einer Feuerwehr

ANNO 1554 erließ der Herzog von Jülich- Berg zum Besten seiner Untertanen eine "Feuerordnung" die auch für Urfeld galt. Darin wurde angeordnet:

Jeder Hausmann soll von "Paschen"(Ostern) bis auf "Michaelis" eine Bütte mit Wasser in oder vor seinem Hause stehen haben, ferner zwei Krüge unter seinem Dach.Vermögende Hausleute sollen einen Ledereimer und eine "Sprütze" halten.

Beim Entstehen des Feuers soll sogleich Wasser auf den Boden gebracht und auf Flugfeuer wohl geachtet werden. Die Höfe in denen "Barckstein und Pützen" sind müssen deren Wasser zur Verfügung stellen.

Im Jahre 1804 beschlossen die Bürger der Gemeinde zur Bekämpfung der Feuersgefahr lederne Eimer zu beschaffen, da eine Brandspritze noch nicht gekauft werden könne. Die Geldmittel mußten von den Bürgern je nach Familienstand und Familiengröße aufgebracht werden. Der Bestand an Löschmitteln der gesamten Bürgermeisterei Hersel betrug 1815:

30 Brandeimer

10 Haken

5 Leitern

 


Bei einem Brand in Widdig 1819 ging dieser Bestand an Löschgerät vollständig verloren.

Daraufhin kaufte der Bürgermeister für 189 Reichstaler und 22 Groschen beim Kupferschmied und Spritzenmacher Anton Becker aus Bonn eine fahrbare Feuerspritze. Sie wurde in einem Vorhaus der Widdiger Schule untergebracht. Drei Jahre später erfolgte eine Unterbringung in einem erstmals erwähnten Spritzenhaus in Wesseling, zu dem "der Bürgermeister" "der Ortsschöffe" und "der Klöckner" je einen Schlüssel hatten.

" Feuer-, Polizei- und Löschordnung " vom 17. Oktober 1835

 

Durch diese Verordnung wird das Feuerlöschwesen der Bürgermeisterei geregelt.

Hersel, Uedorf, Widdig, Wesseling und auch Urfeld erhalten je eine eigene Feuerspritze. Die noch vorhandene "alte Spritze" wird meistbietend für 65 Taler an die Gemeinde Wesseling verkauft.

1881 teilt die Bürgemeisterei Hersel dem Königlichen Landrat zu Bonn auf Anfrage mit:

"Die Gemeinde Urfeld verfügt über eine mittlere Druckspritze mit den erforderlichen Leitern und Feuerlöschgeräten die gut aufbewahrt sind und in gutem Zustand befindlich"

Dem Bericht, von 1892, von Feuerlöschrevisor Keim ist zu entnehmen, dass die Feuerwehr Urfeld über eine Druckspritze, 40 m Schlauch mit Normalschrauben, eine alte Druckspritze mit 5 m Schläuchen, Leitern und Eimer verfügt.

Bezüglich der Wasserverhältnisse und der Wasserzufuhr bei Bränden führt Keim aus, dass Löschwasser vorwiegend dem Rhein entnommen wird.

Die gesamte Feuerwehr der Bürgermeisterei Hersel hat eine Mannschaftsstärke von 36 Mann.

 

Die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr

 

Der Bürgermeister von Hersel wird 1895 vom Landrat zu Bonn aufgefordert, in allen Gemeinden der Bürgermeisterei Freiwillige Feuerwehren einzurichten, was zunächst in Urfeld nicht gelingt.

Noch im Jahre 1900 wird von einer Pflichtfeuerwehr in Urfeld berichtet, die eine Mannschaftsstärke von 138 Männern hat. Eine erstaunlich hohe Zahl bei 679 Einwohnern und insgesamt 280 Gebäuden.

 

Erst 1911 ist es endlich soweit, in Urfeld wird eine Freiwillige Feuerwehr gegründet.

Bild aus den dreissiger Jahren

 

30 Feuerwehrmänner sind im Jahre 1913 in der Freiwilligen Feuerwehr Urfeld aktiv. Regelmäßig und fleißig wird ausgebildet; der Ernstfall wird geprobt. Zwei Handdruckspritzen und ein Schlauchwagen mit tragbaren Leitern stehen für den Ernstfall zur Verfügung. Dieser läßt nicht lange auf sich warten. Die Chronik berichtet von einem Brande bei „Herrn F. Kader“ und einem Brandschaden im „Schneiderchen Haúse“.

Die Namen und die Anzahl der Gründungsmitglieder sind leider nicht bekannt. Es kann aber davon ausgegangen werden, dass einige auf dem Foto rechts aus den dreißiger Jahren abgebildet sind.

Die Feuerwehr genießt schon sehr bald hohes Ansehen in der Bevölkerung, die Führungskräfte der Wehr sind ortsbekannte Persönlichkeiten. Alfred Steffen, Schreinermeister aus Urfeld und stellvertretender Brandmeister der Freiwilligen Feuerwehr, wird gar zum ehrenamtlichen Polizeibeamten ernannt. Bürgermeister Klein betont in seinem Ernennungsschreiben ausdrücklich: Zitat

Die Anstellung erfolgt nur für die Zeit in welcher Steffen als stellvertretender Brandmeister der Freiwilligen Feuerwehr fungiert.

 

Der Steigeturm mit Mannschaft
 

Der Gemeinderat von Urfeld beschließt im Dezember 1924 einstimmig, einen Steigeturm zu errichten. Aus Baumstämmen hergestellt, wird das wertvolle Übungsgerät auf dem Schulhof aufgebaut.

 

Höhe: 10,60 m Breite 3,00 m

 

Auf dem Bild präsentiert sich die stolze Wehr mit „Steigerabteilung“ „ Spritzenabteilung“ und „ Ordnungsabteilung“

 

Der Feuerwehr Verband des Landkreises Bonn beschließt; seinen Verbandstag 1932 in Urfeld abzuhalten.

Auszug aus der Einladung vom 25. September 1932

In der Vorstandssitzung des Kreisfeuerwehrverbandes des Landkreises Bonn ist beschlossen worden, den Kreisfeuerwehrverbandstag in Urfeld verbunden mit einer Übung der dortigen Wehr am 7. Oktober abzuhalten.

Der Beginn der Übung ist auf 3 Uhr nachmittags und der Beginn der Vorstandsversammlung auf 4 ½ Uhr im Gasthaus von Witwe Josef Wirtz festgesetzt.

Jubiläumsfoto aus dem Jahre 1936 vor der Schule

 

25 Jahre Freiwillige Feuerwehr Urfeld

 

 

Einige Zeit später sollte sich die Freiwillige Feuerwehr auflösen. Die Gründe dafür sind nicht bekannt; Akten aus dieser Zeit liegen nicht vor. Bereits 1932 gab es einmal Schwierigkeiten, die Feuerwehr drohte mit Auflösung, weil vom Gemeinderat dringend notwendiges Löschgerät nicht beschafft wurde und weil die Feuerwehr nach durchgeführtem Stiftungsfeste " Lustbarkeitssteuer “ zahlen sollte, was man „ nicht einsehe“.

Ob ähnliche Gründe zur Auflösung nach 1936 führten ist derzeit nicht zu rekonstruieren. Es finden sich Hinweise darauf, dass die "Braunen Machthaber“ (Nationalsozialisten) versucht haben, die Führung der Feuerwehr zu übernehmen und sich die Wehrmänner deshalb entschlossen haben, den blauen Rock niederzulegen.

Ein Kapitel der Feuerwehrgeschichte ging in diesem Jahr zu Ende. Die Einrichtung einer Pflichtfeuerwehr wurde vom Bürgermeister daraufhin angeordnet.

Am Dreikönigstag 1939 beschlossen Urfelder Bürger die Feuerwehr Urfeld wieder zu gründen.

Die Arbeit in einer Pflichtfeuerwehr hatte keine Freude gemacht, war sie gar oft Schikane.

Jeder männliche Einwohner im Alter von 18 bis 65 Jahren mußte seinen Übungsdienst, der auschließlich aus Exerzieren bestand, ableisten. Wer nicht erschien wurde kurzerhand bestraft.

Nun sollte es aber „ ehrenamtlich“ weitergehen. Und wie es weiterging. Der zweite Weltkrieg brach aus, für die Feuerwehr bedeutet dies in den nächsten Jahren unzählige Stunden Dienst für die Mitbürger.

Die Reihen der Aktiven lichteten sich, die meisten mußten ins Feld, sie wurden Soldat. Die Lücken füllte die „Hitlerjugend „ ; eine „HJ - Feuerwehr“ verstärkte die wenigen zu Hause verbliebenden Wehrmänner.

Erwähnt werden müssen die vielen Stunden, als Brandsicherheitswache, die die Feuerwehr während des Krieges ableistete. Jeweils 5 bis 6 Feuerwehrmänner und andere beherzte Bürger bezogen Quartier im Keller der Rheinschule, um sofort jedem in Not geratenen Bürger helfen zu können.

 

Bild einer alten Tragkraftspritze  

Während des Krieges erhielt die Urfelder Feuerwehr ihre erste Motorspritze, eine Tragkraftspritze der Marke DKW. Auf einen Ahnhänger verlastet wurde die „Spritze“ von Hand gezogen oder hinter einen Lastkraftwagen gespannt.

Alarmiert wurde die Feuerwehr nach wie vor von Hornisten, die bei Alarm mit dem Fahrrad durch das Dorf fuhren.
Das alte Spritzenhaus an der Hauptstraße (heute Rheinstraße) diente bis zum Jahre 1954 zum Unterstellen der Löschgeräte. In einem besonderen Raum wurden „Spitzbuben“ bis zum Abtransport vorrübergehend eingesperrt.   Bild des alten Spritzenhauses
Das Fahrzeug bei der Einweihunng   Am 10. September 1954 erhalten die Wehrmänner ein neues Feuerwehrhaus in der Schmiedegasse. Amtsdirektor Dietz übergibt 1955 in Anwesenheit von Gemeindebürgermeister Frings, Dechant Nebeling, Kreisbrandmeister Wald und Amtsbrandmeister Dominik der Feuerwehr ein Löschgruppenfahrzeug LF 8.

Bei einer Übung im Jahre 1955 demonstriert die Feuerwehr ihre Schlagkraft.

Die Leistungsfähigkeit der Feuerwehr ist durch die Beschaffung eines neuen Löschgruppenfahrzeuges enorm gestiegen. Bei zahlreichen Wettkämpfen und Schnelligkeitswettbewerben erkämpfen die Wehrmänner den ersten Platz. Die Urfelder sind gefürchtete Wettkampfgegner.
  Bild Übung
Bild Festzug   Der Löschzug Urfeld bei einem Umzug aus Anlaß des 25jährigen Bestehens der Wiedergründung der Freiwilligen Feuerwehr im Jahre 1964 (Bolemerweg/Burgstr.).
Kameradschaft ist der Motor, der die Freiwilligen Feuerwehr zusammenhält. Nach getaner Arbeit/Übung schmeckt ein frisch gezapftes Kölsch in den Weiden am Rheinufer (Foto 1966)   Übung in den Weiden

 

1969 wurde Urfeld im Rahmen der kommunalen Neuordnung im Lande Nordrhein - Westfalen nach Wesseling eingemeindet.

„Mir han domols rich gehierot“

so die Aussage eines Feuerwehrmannes zur Eingmeindung.

Die Freiwillige Feuerwehr hat in der Tat von der Eingemeindung nach Wesseling profitiert.

1975 wurde ein neues Großfahrzeug - LF16 - beschafft und eine dafür notwendige Fahrzeughalle an der Rheinstraße gebaut.

1979 baute die Stadt ein neues Feuerwehrhaus mit Unterrichtsraum, welches mehrmals wöchentlich für die Ausbildung genutzt wird.Rechts sehen Sie den Unterichtsraum im Rohbau beim Richtfest.

Bild Richtfest

1982 wird die Jugendfeuerwehr ins Leben gerufen, unter der Kameraden Heinz Schüreck und Friedel Engels nehmen 10 Jugendfeuerwehrmänner die Ausbildung sehr ernst. Was sich an den Wettkampfergebnissen der darauf folgenden Jahren zeigte.

Auschnitt Wesseling Aktuell
1984 wurde das LF16 gegen ein neues LF16TS eingetauscht, somit konnte man gleichzeitig mit zwei Gruppen an einem Fahrzeug üben.Das alte LF16 wird heute noch beim Löschzug Berzdorf eingesetzt.
Im Jahre 1989 erhielt die Freiwillige Feuerwehr Wesseling Urfeld ein neues MTF. Auschitt Presseartikel
   
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